Update: Öffentliches Fachgespräch des Ausschusses für Forschung, Technologie, Raumfahrt und Technikfolgenabschätzung
17.12.2025

Um neue und effektive Therapieformen gegen Erkrankungen wie Long Covid oder ME/CFS zu entwickeln, hat das Bundesforschungsministerium die „Nationale Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen“ ausgerufen. Von 2026 bis 2036 sollen rund 500 Millionen Euro in die Erforschung dieser Erkrankungen und Therapiemaßnahmen fließen. Welche Schwerpunkte dabei gesetzt werden sollen und wie das Geld möglichst sinnvoll eingesetzt werden kann, dazu bezogen Experten am Mittwoch, 17. Dezember 2025, in einem öffentlichen Fachgespräch des Ausschusses für Forschung, Technologie, Raumfahrt und Technikfolgenabschätzung Stellung.

Unter dem folgende Link ist eine Zusammenfassung (Text) und das gesamte Video zu sehen:

Externe Gutachter*Innen:

  • Jörg Heydecke, ME/CFS Research Foundation
  • Carmen Scheibenbogen, Institut für Medizinische Immunologie an der Charité
  • Bettina Hohberger, Augenklinik Erlangen
  • Joachim L. Schultze,  Systemmedizin an der Venusberg-Campus Universität Bonn
  • Jürgen Michael Steinacker, Sportmediziner 

Halbe Milliarde Euro für neues Kapitel der Forschung

Die Nationale Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen läuft von 2026 bis 2036 und soll mit Mitteln in Höhe von insgesamt 500 Millionen Euro ausgestattet werden.

Nach der Bereinigungssitzung des Haushaltsausschusses am 13. November 2025 betonte Bundesforschungsministerin Dorothee Bär: „Mit der Nationalen Dekade schlagen wir ein neues Kapitel in der Erforschung dieser Erkrankungen auf. Wir benötigen eine langfristige Strategie, um die Ursachen und Mechanismen postinfektiöser Krankheiten besser zu verstehen und die Versorgung der Betroffenen nachhaltig zu verbessern.“

Die Ministerin unterstrich die Dringlichkeit dieser Dekade: „Aus vielen Gesprächen weiß ich, welch‘ große Belastung diese Erkrankungen für die Betroffenen und ihre Angehörigen darstellt. Der Forschungsbedarf ist enorm: Für ME/CFS und postvirale Autoimmunerkrankungen gibt es nach wie vor keine einfachen Lösungen oder Therapien, und bisherige wissenschaftliche Studien belegen die Komplexität der Krankheitsmechanismen.“

Ein Meilenstein für Betroffene

Weltweit existieren derzeit noch keine ausreichend evidenzbasierten Therapieansätze für eine wirksame und kurative Behandlung postinfektiöser Erkrankungen. Die derzeitigen Therapien beschränken sich auf die Behandlung der Symptome.

Das Verständnis der Krankheitsmechanismen ist dabei der Schlüssel: Nur wenn Ursachen und biologische Prozesse der Erkrankungen besser verstanden werden, können gezielt neue Diagnose- und Therapieverfahren entwickelt werden. Mit der Nationalen Dekade wird die Forschung nun ausgeweitet und langfristig verankert – ein entscheidender Schritt im Kampf gegen postinfektiöse Erkrankungen.

Bundesforschungsministerin Bär: „Wir schlagen ein neues Kapitel in der Erforschung dieser Erkrankungen auf.“

Postinfektiöse Erkrankungen wie Long COVID oder ME/CFS bedeuten für Betroffene und ihre Angehörigen eine immense Belastung. Wirksame Behandlungsmöglichkeiten fehlen bislang. Um dies zu ändern, wird Bundesforschungsministerin Dorothee Bär gemeinsam mit Partnern der Gesundheitsforschung die Nationale Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen ausrufen. Ziel ist es, Ursachen und Mechanismen zu entschlüsseln und neue Therapieoptionen zu entwickeln.