Vier Off-Label Medikamente bei Post Covid, eines bei ME/CFS
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die Voraussetzungen für die Verordnungsfähigkeit von vier Wirkstoffen durch eine Ergänzung der Arzneimittel-Richtlinie geregelt. Alle dürfen nun off-label bei Long/Post-COVID eingesetzt werden, eines auch bei ME/CFS.
UPDATE: "... Sie [die Beschlüsse] treten nach Nichtbeanstandung und Bekanntmachung im Bundesanzeiger in Kraft."
=> Bekanntmachung erfolgte am 10.6.2026
=> Ab sofort von Hausärztin verordnungsfähig und von Kasse zu erstatten (Erstattung bitte noch mal prüfen, dazu konnte ich noch keine belastbaren Daten finden)
Wie der G-BA schreibt, bilden die Grundlage der Beschlüsse die Empfehlungen der Expertengruppe „Long COVID Off-Label-Use“ beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Expertengruppe hatte im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) geprüft, welche Wirkstoffe bei der Prävention oder Behandlung von Long/Post-COVID einen medizinischen Nutzen haben. Bisher gibt es keine Arzneimittel, die speziell für die Behandlung von Long/Post-COVID zugelassen sind. Diese vier Medikamente erweitern nun das Therapiespektrum:
- Metformin kann nun zur Prophylaxe von Long/Post-COVID eingesetzt werden. Möglich ist das innerhalb von 3 Tagen nach Diagnosestellung einer akuten SARS-CoV-2-Infektion bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 16 Jahren, bei denen der Risikofaktor „Übergewicht/Adipositas (BMI >25)“ vorliegt und die COVID-19-Symptome weniger als 7 Tage vorhanden sind.
- Ivabradin kann nun zur Behandlung des postinfektiösen Posturalen orthostatischen Tachykardie-Syndroms (PoTS) bei Patientinnen und Patienten mit Long/Post-COVID eingesetzt werden, die eine Therapie mit Betablockern nicht tolerieren oder für diese nicht geeignet sind.
- Agomelatin kann nun eingesetzt werden, um eine Fatigue bei postinfektiöser ME/CFS und bei Long/Post-COVID zu behandeln.
- Vortioxetin kann nun eingesetzt werden, um bei Patientinnen und Patienten mit Long/Post-COVID kognitive Beeinträchtigungen – zum Beispiel eine verringerte Aufmerksamkeit und Gedächtnisleistung – und/oder depressive Symptome zu behandeln.