Kein Wundermittel, aber potenzielle Wirkung auf den Energiestoffwechsel

Eine Studie zeigt, dass Leucin eine interessante Wirkung auf die mitochondrialen Funktionen haben kann. Allerdings bleibt abzuwarten, wie sich das im Alltag mit normaler Ernährung oder Nahrungsergänzung auswirken könnte. Es ist nicht als Wundermittel zu betrachten, sondern als Grundlage für weitere Forschung. (Telepolis und Nature)

Eine weitere Studie untersucht einen Mix von hochdosierten Aminosäuren mit einem hohen Anteil an Leucin. (The health equation)

 

AI Summary

  • Leucin ist eine essenzielle Aminosäure, die etwa in Milchprodukten, Fleisch und Hülsenfrüchten vorkommt.
  • Forschende um Thorsten Hoppe fanden heraus, dass Leucin den Abbau bestimmter Proteine an der äußeren Membran der Mitochondrien hemmen kann. Diese Proteine ermöglichen den Import weiterer Moleküle in die Mitochondrien – wenn sie erhalten bleiben, arbeiten die Mitochondrien effizienter.
  • Im Experiment führte eine Gabe von Leucin bereits nach kurzer Zeit (z. B. nach drei Stunden) zu einer messbaren Steigerung der mitochondrialen Atmung in menschlichen Zellen und im Wurmmodell (Caenorhabditis elegans).
  • Der mechanistische Ablauf: Leucin blockiert ein Sensorprotein (GCN2), wodurch ein weiteres Protein (SEL1L) reduziert wird. SEL1L markiert normalerweise geschädigte Proteine zum Abbau – mit weniger SEL1L bleiben mehr funktionsfähige Import-Proteine erhalten.

Bedeutung und Vorsicht

  • Die Ergebnisse könnten Ansätze für Therapien bei Stoffwechselkrankheiten bieten, da durch Leucin die Energieproduktion in Zellen gezielt gesteigert werden kann.
  • Allerdings: Die Studien wurden unter kontrollierten Laborbedingungen mit hohen Leucin-Konzentrationen und über kurze Zeiträume durchgeführt. Ob normale Ernährungsmengen oder eine langfristige Einnahme ähnliche Effekte haben, ist noch unklar.
  • Zudem hat SEL1L auch eine wichtige Funktion: nämlich den Abbau geschädigter Proteine zu fördern. Ein dauerhafter Rückgang von SEL1L könnte somit langfristig zellerstressfördernd wirken.