Studie zeigt, wie das Immunsystem Herz und Kreislauf bei Long COVID beeinflusst

Viele Menschen fühlen sich Monate nach einer Corona-Infektion noch immer erschöpft, kämpfen mit Herzrasen, Schwindel oder Blutdruckschwankungen. Diese Beschwerden werden heute unter Long COVID oder Post-COVID-Syndrom (PCS) zusammengefasst.
Eine neue Studie von Prof. Dr. Boris Schmitz, Prof. Dr. Frank C. Mooren und ihrem Team vom Lehrstuhl für Rehabilitationswissenschaften der Universität Witten/Herdecke (UW/H) bringt nun mehr Klarheit in eine der zentralen Fragen: Warum bleiben manche Menschen so lange krank? Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass bestimmte Autoantikörper dabei eine wichtige Rolle spielen könnten.

AI-Summary:

Eine Studie der Universität Witten/Herdecke zeigt, dass Autoantikörper, insbesondere CXCR3ab, bei Long-COVID-Patienten das vegetative Nervensystem stören und Symptome wie Erschöpfung, Herzrasen, Blutdruckschwankungen und reduzierte Sauerstoffsättigung verursachen. Diese Antikörper zielen auf G-Protein-gekoppelte Rezeptoren ab, die Herzfrequenz, Blutdruck und Stressreaktionen regulieren, ohne eine umfassende Autoimmunerkrankung auszulösen. 

Wichtige Ergebnisse
– Bei 105 untersuchten Patienten korreliert hoher CXCR3ab-Spiegel mit verminderter parasympathischer Aktivität (Ruhefunktion), höherem 24-Stunden-Blutdruck und schlechterer Belastbarkeit. 
– Weitere Autoantikörper beeinflussen ähnlich Herz und Kreislauf, erklären den „dauerhaften Stressmodus“ vieler Betroffener. 

 Implikationen
Die Forscher sehen darin einen biologischen Mechanismus für Long-COVID-Symptome und hoffen auf neue Therapieansätze; die Studie erschien im Journal of Allergy and Clinical Immunology.