Aktuelle Erkenntnisse zu Long COVID, Post COVID und ME/CFS

Berlin, 23. Januar 2026. Das 1. LongCARE-Symposium hat rund 160 führende Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Klinik und Versorgungsforschung zusammengebracht, um aktuelle Erkenntnisse zu Long COVID, Post COVID und ME/CFS zu diskutieren. Nina Warken, Bundesministerin für Gesundheit, eröffnete die Veranstaltung im bcc Berlin Congress Center. Sie betonte in ihrem Grußwort die Bedeutung einer engen Verzahnung von Grundlagen-, klinischer und Versorgungsforschung, um Betroffenen schneller Diagnosen und Therapien zu ermöglichen.

AI-Zusammenfassung

Das 1. LongCARE-Symposium in Berlin brachte rund 160 Expertinnen und Experten aus Forschung, Klinik und Versorgung zusammen, um Long COVID, Post COVID und ME/CFS interdisziplinär zu beleuchten.

Im Zentrum standen drei Themenblöcke:
– Politik und Förderung: Bundesgesundheitsministerin Nina Warken betonte die Herausforderungen postinfektiöser Erkrankungen und verwies auf die „Allianz postinfektiöse Erkrankungen“ sowie die Startankündigung einer „Nationalen Dekade gegen postinfektiöse Erkrankungen“ mit 500 Millionen Euro Fördermitteln für die nächsten zehn Jahre.

 

– Forschungsstand und Falldefinition: In Session 1 wurden Schwierigkeiten bei klaren Symptombeschreibungen, die Rolle biopsychosozialer Faktoren, besondere Risiken etwa für Frauen mittleren Alters sowie epidemiologische Daten zu Kindern und Jugendlichen diskutiert; Session 2 stellte Ansätze für präzisere Falldefinitionen vor, u.a. über Biomarker, genetische Faktoren, kognitive Tests sowie Abrechnungs-, Sekundär- und Wearable-Daten, mit dem Fazit, dass nur vernetzte Datenquellen verlässliche Falldefinitionen ermöglichen.

 

– Versorgung und Therapien: Session 3 thematisierte die Diskrepanz zwischen G‑BA-Leitlinien und Versorgungsrealität, Erfahrungen aus Post-COVID-Zentren, laufende Therapiestudien (z.B. Charité), Grenzen des Off-Label-Use sowie bestehende Versorgungslücken; gefordert wurden evidenzbasierte Empfehlungen für bereits zugelassene Medikamente, der Ausbau interdisziplinärer, patientenorientierter Strukturen und eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Hausärzten, Kliniken und Industrie.

 

Abschließend wurde hervorgehoben, dass nur eine gemeinsame Kraftanstrengung und projektübergreifende Kooperation – etwa im Rahmen von LongCARE, der Allianz und der Nationalen Dekade – den schätzungsweise eineinhalb Millionen Betroffenen schnellere Diagnosen, wirksamere Therapien und bessere Teilhabe ermöglichen können.